
An einem der letzten und bereits recht kühlen Dezembertage in 2011 hatten sich die Tester...
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Aufbau
Luft- und Raumfahrtstandards sichern höchste Qualität bei der Produktion des Artega®GT. Der Aluminium-Spaceframe wurde von der eigenen Konstruktionsabteilung in Delbrück entwickelt. Er ist leicht, steif und modular aufgebaut.
Auch die gesamte Fertgung des Spaceframes erfolgt im neuen Autowerk in Westfalen. Speziell für Artega angefertigte Strangpressprofile werden im MIG-Schweißverfahren zu einer hochfesten Rahmenstruktur verbunden, die sich durch beste Grund- und Verwindungssteifigkeit auszeichnet. Sämtliche Arbeiten führt das Unternehmen nach strengsten Luft- und Raumfahrtstandards (DIN 29595) in Eigenfertigung aus.
Auch bei der Verarbeitung der anspruchsvollen Aluminiumlegierung verfolgt Artega konsequent die eigenen Qualitätsansprüche. Alle Schweißarbeiten und die Zertifizierung der Schweißfachleute sind durch die DIN 29595 für Luft- und Raumfahrtstandards streng gesichert.
Bei der Auswahl der Werkstoffe kommen ähnlich hohe Kriterien zum Tragen. Die Aluminiumlegierung (AlMgSi 0.5 T6) ist absolut Salz- und Seewasserfest:
„Den Rahmen könnte man problemlos im Meer versenken, ohne dass etwas passiert“, erklärt Artega-Montageleiter Martin von der Lieth die Langlebigkeit des Spaceframe.
Ein weiterer Baustein des Leichtbau-Konzepts ist das Heckmodul als Gitterrohrrahmen aus hochfestem Stahl. Der Aggregateträger besteht aus einer im Motorsport erprobten, hochfesten Stahllegierung (25CrMo4). Diese wird oberflächenbehandelt und so dauerhaft vor Korrosion geschützt. Bevor die Endmontage erfolgt, wird das Spaceframe-Chassis mit diesem Aggregateträger für Motor und Getriebe an der sogenannten „Hochzeitsstation“ miteinander verbunden.
Wenig Gewicht bei hoher Steifigkeit gewährleistet auch der Fahrzeugboden des Artega, welcher aus einer Aluminium-Wabenstruktur besteht. Diese leichte und äußerst stabile Sandwich-Bauweise stammt ursprünglich aus dem Flugzeugbau. Der Boden wird mit dem Spaceframe verklebt.
Als weltweit erstes Fahrzeug besitzt der Artega®GT überwiegend eine Außenhaut aus kohlefaserverstärktem Polyurethan (PUR), die in Zusammenarbeit mit der BASF-Tochter Elastogran realisiert wird. Die Kombination verschiedener PUR-Werkstoffe mit hervorragenden mechanischen Eigenschaften macht den Artega®GT zu einem echten Leichtgewicht und bietet zusätzliche Vorteile bei Kosten und Sicherheit. Kotflügel, Heck-, Bug- und Seitenteile des Sportwagens bestehen aus dem kohlefaserverstärkten, mikrozellularen Werkstoff Elastolit, der sich durch hohe Robustheit und gute Schlagzähigkeit auch bei extremer Kälte auszeichnet. Der geringe thermische Ausdehnungskoeffizient des faserverstärkten PUR-Systems sorgt für eine hohe Passgenauigkeit und eine extreme Wärmeformbeständigkeit der Bauteile. Durch die hohe Oberflächenqualität eignet sich der Leichtbau-Werkstoff ideal für die Class-A-Lackierung von sichtbaren Freiformflächen.
Sicherheit
Umfangreiche und kostenintensive Crashtests sind nur für Großserien vorgeschrieben. Als einer der wenigen Kleinserienhersteller führt Artega die Crashtests dennoch in großem Umfang durch, um im Ernstfall dem Zufall keine Chance zu geben.
Die Ingenieure sorgten bereits bei der Entwicklung des Artega®GT für eine möglichst sichere Auslegung der Fahrzeugstruktur. Sogenannte Lastpfade zur Verteilung der Aufprallenergie wurden angelegt, Knoten- und Verbindungspunkte wurden nach Möglichkeit durch eine intelligente Konstruktion ganz vermieden oder aus besonders stabilen Materialien ausgeführt; eventuelle Schwachstellen erhielten zusätzliche Verstärkungen oder definierte Energieaufnehmer.
Die Prototypen bewiesen, dass die Konstruktionsstruktur beim realen Zusammenstoß den Werten aus der Theorie entsprach. Der Artega®GT wurde nun Schritt für Schritt ausgebaut und Gurtanlage mit Gurtstraffer, Kraftbegrenzer, Haltepunkte und Gurtlänge spezifiziert. Es folgte die Integration und Abstimmung der zwei Fullsize-Front- und Side-Airbags. Die Türen erhielten einen Prallschutz aus Stahl (15 CDV 6), und die Dachspinne wurde wie ein Käfig ausgelegt, um die fehlende B-Säule zu kompensieren.
Die Bauteile mussten erneut bei realen Crashtests ihre Einsatzfähigkeit im Artega®GT beweisen. Ergebnis dieses aufwendigen Verfahrens: eine Fahrgastzelle die nicht nur leicht, sondern auch torsionssteif und sicher ist. Tritt doch einmal der Fall der Fälle ein, sorgen intelligent angeordnete Crash- Elemente für eine gleichmäßige Verteilung der Kräfte. Die Energie wird in den stabilsten Teil des Fahrzeuges umgeleitet: in den Hauptrahmen. Aufgeteilt in drei Bereiche, den Mitteltunnel und die beiden Längsträger, ergibt sich für den Fahrer eine Sicherheitszelle, die auch hohen Belastungen standhält. Artega geht auch hier über das übliche Maß eines Kleinserienherstellers hinaus.
Aerodynamik
Erkenntnisse aus dem Motorsport und konsequente Versuche im Windkanal wurden im Artega®GT umgesetzt. So ist der Unterboden des Artega®GT vollverkleidet und daher besonders verwirbelungsfrei. Eine weitere Besonderheit, speziell am Unterboden, ist der Heckdiffusor. Der daraus resultierende Effekt ist mehr als beachtlich. Der gesamte Artega®GT verhält sich dadurch wie eine Art umgedrehter Flugzeugflügel. Weil die Luft unter dem Fahrzeugheck schneller strömt, entsteht ein Unterdruck am Fahrzeugboden, der das gesamte Fahrzeug auf die Strasse saugt. Bei diesem Effekt spricht man von Abtrieb. Der Artega®GT wird förmlich auf den Boden gepresst.
Fahrwerk
Artega präferierte in der Fahrwerksabstimmung für seinen GT eine gleichermaßen sportliche wie komfortable Lösung - ohne dabei einen halbherzigen Kompromiss einzugehen. Hier spielt der Artega®GT seine Konzeptvorteile voll aus, nämlich die breite Spur und den großen Radstand sowie den niedrigen Schwerpunkt. Das Resultat: Neutral bis in den Grenzbereich durchzirkelt der Artega souverän Kurve für Kurve. Trotzdem vermag der Sportwagen bei kontrolliertem Gaseinsatz mit Übersteuern zu begeistern.
Besonders klar erkennbar werden diese Fahrwerksqualitäten auf der Rennstrecke. Hier überzeugt das Artega-Fahrwerk dank der auf ein Minimum verringerten Wankbewegungen. Längs- und Querkräfte werden durch stetigen Bodenkontakt optimal übertragen. Die Artega®GT-Federung wirkt dabei niemals „bretthart“. Das mit dem Motorsport-Spezialisten Bilstein entwickelte Profi-Setup garantiert maximale Spurstabilität und gewährleistet eine sichere Kurvenfahrt. Außerdem wird ein Aufbäumen und Eintauchen beim Bremsen oder Beschleunigen durch die optimierte Auslegung völlig unterbunden.
Diese Eigenschaften prädestinieren den Artega®GT ebenso für stressfreies und komfortables Reisen. Er ist ein Sportwagen für jeden Tag.
Bremse
In der Top-Liste aller Bremsversuche eines international renommierten Fachblatts belegte ein Serien-Vorläufer des Artega®GT unter der Überschrift „Die Besten beim Bremsen“ Platz 2 von 450 getesteten Fahrzeugen. Einen kürzeren Bremsweg erreichte nur der Ferrari 599 GTB Fiorano. Der Porsche 911 GT3 landete auf dem dritten Platz.
Dieses Ergebnis sorgte bei der Artega-Mannschaft vor allem auch deshalb für große Freude, weil die Bremsentests in dem Magazin weltweit zu den Anerkanntesten zählen.
Die Artega-Verantwortlichen führen dieses sensationelle Ergebnis im Wesentlichen auf drei Faktoren zurück, die der Artega®GT besonders gut erfüllt.
Zunächst einmal das Fahrzeug-Konzept. Die optimale Bremswirkung hat ein Fahrzeug, das beim Bremsen eine Achslastverteilung von 50:50 erreicht. Dies liegt an dem sogenannten Reibkoeffizienten Reifen-Fahrbahn, welcher nicht konstant ist, sondern mit zunehmender Normalkraft abnimmt. Daher sollte beim Bremsen die Normalkraft des Fahrzeuges möglichst gleichmäßig auf die 4 Räder verteilt werden. Die gute Achslastverteilung am stehenden Fahrzeug des Artega (57 Prozent hinten, 43 Prozent vorne), ein niedriger Schwerpunkt und ein langer Radstand führen dazu, dass sich die Radlastverteilung bei einer Vollbremsung dem Optimum annähert. Die breiteren Reifen des Artega®GT hinten könnten sogar noch mehr Bremskraft aufnehmen.
Die Bremse selbst ist der zweite Faktor. Das Fachblatt bestimmt den Bremsweg nach der zehnten Vollbremsung. Daher ist eine ausreichende Dimensionierung der Bremse und der Bremsenkühlung wichtig, damit möglichst wenig Wärmeeintrag von der Bremse in die Bremsflüssigkeit erfolgt. Sonst würde sich der Bremsweg durch Dampfblasen in der Bremsflüssigkeit erhöhen.
Die Reifen sind der dritte entscheidende Faktor für optimale Bremsleistungen. Dabei ist anzumerken, dass man die geforderten Reifeneigenschaften im Kontext sehen muss. Wird beispielsweise der Reifen auf eine Optimierung des Bremsverhaltens ausgelegt, entstehen Kompromisse in anderen Eigenschaften wie beispielsweise beim Komfort oder bei den Nasseigenschaften. Die am Artega®GT verwendeten Reifen sind nicht spezifisch auf kurze Bremswege optimiert, sondern haben gute Allround-Eigenschaften.
Felgen
Artega entwickelte zusammen mit dem Felgenspezialisten APP Tech aus Italien für den GT eines der leichtesten Schmiederäder im 19-Zoll-Format. Ziel der Entwicklung war die Kombination von höchster Performance, sportlich-elegantem Design und einem Minimum an Gewicht. APP Tech, bekannt als exklusiver Hersteller für Schmiederäder, produziert das optional erhältliche Schmiede-Leichtbau-Rad für den Artega®GT exklusiv.
Die Schmiedetechnik erlaubt gegenüber dem Aluminiumguss dünnere Wandstärken bei gleich bleibender Festigkeit und höheren Sicherheitsreserven. Realisiert werden kann dieses Vorteilspaket, da geschmiedete Aluminiumlegierungen stabiler sind als gegossene Aluminiumlegierungen. Die Schmiede-Fertigungstechnik erlaubt gegenüber der Gussfertigung eine Gewichtseinsparung von bis zu 35 Prozent. Von der Verringerung der ungefederten Massen profitiert spürbar der Fahrkomfort, da Federn, Dämpfer und Aufhängung besser arbeiten und so auch eine längere Lebensdauer haben. Ein sportlicheres und agileres Handling des Wagens gehört zu den spürbaren Nebeneffekten. Leichte Räder sparen zudem nicht nur Sprit, sondern verkürzten auch den Bremsweg, verringern den Bremsbelagverschleiß und führen zu einem besseren Kurvenhandling - das alles dient einer größeren passiven Sicherheit.
Technische Daten Optionsrad
Dimension vorn: 8” x 19” mit 235/35 Reifen
Dimension hinten: 10,5” x 19” mit 305/30 Reifen
Gewicht vorn: 8,6 kg
Gewicht hinten: 9,8 kg
Lochkreis: 5 x 112 mm
Einpresstiefe: VA 43 mm, HA 45 mm
Technische Daten Serienrad
Dimension vorne: 8”x19” mit 235/35 Reifen
Dimension hinten: 9,5”x19” mit 285/30 Reifen
Gewicht vorne: 9,1 kg
Gewicht hinten: 9,7 kg
Lochkreis: 5 x 112 mm
Einpresstiefe: VA 43 mm, HA 45 mm
Motor
Der Motor des Artega®GT stammt aus dem Volkswagen-Konzern. Der Sechszylinder in V-Anordnung schöpft seine Kraft aus 3.597 Kubikzentimeter Hubraum. 300 PS (220 kW) sorgen für ordentlichen Vortrieb: 4,8 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 270 Stundenkilometer.
Getriebe
Das Doppelkupplungsgetriebe ermöglicht einen voll automatisierten Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechung. Dieser moderne und im Rennsport ausgefeilte Getriebeaufbau wird deshalb auch als Direktschaltgetriebe bezeichnet.
Eine ausgeklügelte Getriebeelektronik steuert den Gangwechsel der zwei Teilgetriebe und der zwei Kupplungen. So wird beim Schaltvorgang das sonst lastfreie Teilgetriebe mit Hilfe der zweiten Kupplung zugeschaltet und überbrückt die bei herkömmlichen Getrieben vorhandene Drehmomentunterbrechung. Ist ein Gangwechsel erfolgt, wird das Drehmoment wieder zurückgeleitet. Diese Vorgänge sind beim Schalten nicht spürbar. Die Gänge können manuell über Schaltwippen am Lenkrad, über den Gangwahlhebel in der Mittelkonsohle oder vollautomatisch gewechselt werden.
Das Doppelkupplungsgetriebe ermöglicht nicht nur die schnellsten derzeit in einem Serienfahrzeug realisierbaren Schaltzeiten, sondern bietet im Automatikbetrieb auch einen bisher unerreichten Komfort in einem Sportwagen. Und durch die optimalen Schaltpunkte ergibt sich sogar eine zusätzliche Kraftstoffersparnis.
Elektronik
Von einem Großkonzern stammt in der Basis auch die Bordnetzelektronik mit dem für einen Kleinserien-Hersteller so großen Vorteil, dass es alle Versuchszyklen durchlaufen hat.
Das Kombiinstrument des Artega®GT hat als Weltneuheit zwei koaxiale Zeiger für Geschwindigkeit und Drehzahl. Damit sind diese primären Anzeigeelemente zentral im Sichtfeld des Fahrers positioniert.
Der Automobilzulieferer Pioneer stattet den Artega®GT mit einer großserienerprobten Multifunktions-Steuereinheit aus. Sie umfasst neben der nun integrierten Bedienung des Navigationssystems auch die Bedienung und Einstellung der Klimaanlage, des Radios, des MP3-Players, des DVD Player, der Telefonanlage, der Fahrerinformationen und der Fahrzeugeinstellungen. Mit nur einem einzigen Bedienelement und drei konventionellen Drehknöpfen werden alle Parameter gesteuert. Selbst die Regelstufen des Artega-Stabilitäts-Programms (ASP) wählt der Fahrer über diese integrierte Steuereinheit aus.